Aktuelles


Hier möchten wir aktuelle Entwicklungen in der Sozialpädagogik anführen und unseren regelmäßig erscheinenden Newsletter zum Download bereitstellen.

NEUIGKEITEN


DEUTSCHER KINDERREPORT 2018: GROSSE MEHRHEIT FORDERT UMFANGREICHE MASSNAHMEN GEGEN KINDERARMUT

Ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland stellt Staat und Gesellschaft ein schlechtes Zeugnis bei der Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland aus. Rund drei Viertel sind der Ansicht, dass diese "eher wenig" oder "sehr wenig" tun, um Kinderarmut wirkungsvoll entgegenzutreten. Neben diesem unzureichenden Engagement sind zu geringe Einkommen der Eltern durch prekäre Arbeitsverhältnisse sowie die zu geringe Unterstützung für Alleinerziehende die wichtigsten Auslöser für Kinderarmut in Deutschland. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Politikforschungsinstituts Kantar Public im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes für den Kinderreport 2018, den der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger, und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil Anfang Februar in Berlin vorstellten.
Der niedersächsische Ministerpräsident zeigte sich bei der Präsentation der Kinderreports 2018 angesichts der anhaltend hohen Kinderarmut besorgt. Die im Sondierungspapier von Union und SPD vereinbarte Erhöhung des Kindergeldes von 25 Euro reiche nicht, um die bedrückende Kinderarmut zu verringern. "Wir müssen deshalb intensiv über die Einführung einer Kindergrundsicherung diskutieren", sagte Weil. Trotz der hohen Armutsquote sei er aber optimistisch, sagte der Ministerpräsident. Die Aufnahme von Kinderrechten in die Landesverfassung oder die Einsetzung einer Kinderkommission haben die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen gestärkt, "und auf Bundesebene rückt die Verankerung von Kinderrechten ins Grundgesetz in greifbare Nähe".
Was muss getan werden, um Kinderarmut in Deutschland zu bekmämpfen. fragte das Deutsche Kinderhilfswerk. Ein Großteil der Bevölkerung forderte eine umfassende Veränderung politischer Rahmenbedingungen. Dazu gehören die Unterstützung von einkommensschwachen Familien mit Lehrmittelfreiheit, kostenfreie Beteiligungsmöglichkeiten an Bildung, Kultur und Sport, sowie kostenlose Ganztagsbetreuungen und kostenfreies Essen in Schulen und Kitas. Sehr stark verbreitet ist auch die Forderung, in Schulen und Kitas mehr Fachkräfte und Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter einzusetzen. Ebenso wird mehr Beratung, zum Beispiel in staatlichen Einrichtungen, als wichtig erachtet. Von der Mehrheit der Bevölkerung wurden außerdem eine Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder und eine Erhöhung des Kindergeldes als notwendig bewertet.
Auch bei der Frage der Finanzierung der notwendigen Maßnahmen gibt es eine große Übereinstimmung: Knapp zwei Drittel der befragten Erwachsenen wären bereit, mehr Steuern zu bezahlen, wenn damit das Problem der Kinderarmut in Deutschland wirksam bekämpft würde. Gleichlautende Bekundungen finden sich in fast allen politischen Lagern.
Näheres erfahren Sie hier
Quelle: Presseinformation des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 01.02.2018


DIE OFFENE KINDER- UND JUGENDARBEIT ALS BILDUNGSAKTEUR

Die offene Kinder- und Jugendarbeit leistet einen grundlegenden Beitrag zur Bildung vieler junger Menschen in Deutschland. Davon profitieren vor allem diejenigen, die sich in der Schule schwertun. Wahrgenommen und anerkannt wird die Arbeit der Einrichtungen aber viel zu wenig. Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung unter Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Schulen durchgeführt hat. Befragt wurden 300 Vertreter der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu ihren Aufgaben und Aktivitäten sowie ihrer Einschätzung, wie ihre Leistungen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. In sechs qualitativen Interviews mit Schulvertretern wurde zudem die Sicht der formalen Bildung auf die Kinder- und Jugendarbeit untersucht. Die detaillierten Ergebnisse und eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse stehen auf der Website zum Download zur Verfügung, siehe hier


NEUER BACHELOR IN SOZIALPÄDAGOGIK

Als erste Fachhochschule in Österreich ermöglicht die FH St. Pölten in Kooperation mit der Saxion Hochschule Enschede ihren Studierenden einen Bachelorabschluss in Sozialpädagogik.
Absolventinnen und Absolventen des Akademischen Lehrganges Sozialpädagogik haben die Möglichkeit den akademischen Titel „Bachelor of Social Work (Sozialpädagogik)“ zu erwerben.
Näheres erfahren Sie hier


KINDERARMUT: STAGNATION AUF HOHEM NIVEAU


Die Kinderkommission des deutschen Bundestages veröffentlicht eine Stellungnahme zur Kinderarmut in Deutschland. Die Stellungnahme umfasst einen umfangreichen Forderungskatalog. Für eine gleichberechtigte Teilhabe fordert die Kinderkommission auch den Ausbau von Angeboten und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.
Die Kinderkommission hat sich unter Vorsitz von Norbert Müller (DIE LINKE.) schwerpunktmäßig mit dem Thema Kinderarmut in Deutschland befasst und sich hierzu im Rahmen von fünf öffentlichen Expertengesprächen die Expertise von Sachverständigen eingeholt. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse haben zu einem umfassenden Forderungskatalog geführt, den die Kinderkommission in ihrer Stellungnahme veröffentlicht.
Im Einzelnen empfiehlt die Kinderkommission: Zur Bekämpfung von Kinderarmut und ihren Folgen ist eine umfassende, langfristig angelegte Strategie notwendig, die sowohl infrastrukturelle Elemente als auch Geldleistungen umfasst. Die Bundesregierung wird daher aufgefordert, der Bekämpfung von Kinderarmut mehr Priorität einzuräumen und in Zusammenarbeit mit Verbänden und Wissenschaft eine umfassende Strategie gegen Kinderarmut zu entwickeln und mit entsprechenden Maßnahmen zu untersetzen, die die besonderen Problemlagen von Alleinerziehenden, kinderreichen Familien, Familien mit Migrationshintergrund sowie regionale Unterschiede berücksichtigt. Als wichtigen Bestandteil der Bekämpfung von Kinderarmut sieht die Kinderkommission die Bekämpfung der Einkommensarmut der Eltern an. Die Kinderkommission fordert daher die Bundesregierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit Arbeit gut bezahlt wird und Familien vor Armut geschützt sind. Die Höhe der monetären Sozialleistungen muss sicherstellen, dass Kinder und ihre Familien nicht arm sind. Sie müssen so ausgestaltet sein, dass Teilhabe und Entfaltung von Kindern gewährleistet sind und sie vor Diskriminierung und Ausgrenzung geschützt sind. Sie müssen so gefasst sein, dass die Bedarfe von Kindern, die sich nach Lebensform, familiärer Situation, Wohnort, Alter und Förderungsbedarf unterscheiden, gedeckt sind. Die Berechnung der Höhe der Kinderregelsätze muss sich am soziokulturellen Existenzminimum orientieren. Wiederkehrende Bedarfe für eine gesunde Ernährung, Kleidung, Bildung sowie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Teilnahme an kulturellen Angeboten müssen einbezogen werden. Einmalige Bedarfe, wie die Anschaffung von Haushaltsgeräten, Kinderfahrrädern oder auch einmalige Bedarfe in der Bildung, wie Klassenfahrten, gehören aus Sicht der Kinderkommission nicht in den Regelsatz. Sie müssen unbürokratisch als einmalige Bedarfe anerkannt und gewährt werden. Sonderbedarfe für Kinder mit Behinderung müssen übernommen werden, sofern sie nicht durch andere Leistungssysteme gedeckt sind. Um zu verhindern, dass weiterhin sozial- und familienpolitische Leistungen durch Leistungsberechtigte nicht in Anspruch genommen werden, müssen Leistungsberechtigte verstärkt über ihre Rechte aufgeklärt werden und Leistungen transparent, stigmatisierungsfrei und unbürokratisch ausgestaltet werden. Die unterschiedlichen Antrags- und Verrechnungsregelungen für Leistungen müssen vereinfacht werden. Langfristig sollte hierzu eine Stelle geschaffen werden, die für die Auszahlung aller Leistungen für Kinder zuständig ist, um so den Zugang zu den Leistungen zu vereinfachen. Kinder dürfen nicht von Sanktionen gegen die Eltern getroffen werden. Daher spricht sich die Kinderkommission für die Streichung von Sanktionen im SGB II aus. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit erhalten, an sportlichen Aktivitäten, an Angeboten musischer Bildung und Jugenderholungsmaßnahmen unabhängig von ihrer finanziellen und sozialen Situation teilzunehmen. Solche Angebote sind daher genauso auszubauen wie Angebote und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit. Bildung, auch frühkindliche, darf nicht vom sozialen Status von Kindern und Jugendlichen abhängen. Zu prüfen ist, inwiefern zukünftig dieser Anspruch in allen Bundesländern etwa durch beitragsfreie Kindertageseinrichtungen erfüllt werden kann. Angebote frühkindlicher Bildung und Betreuung sind weiter zu stärken. Insbesondere ist dabei die Sprachförderung in den Blick zu nehmen. Selektionsprozesse in der schulischen Bildung müssen vermindert werden. Zu prüfen sind hier insbesondere Modelle des längeren gemeinsamen Lernens aller Kinder. Angebote der sozialen Infrastruktur, wie der öffentliche Personennahverkehr, kommunale Einrichtungen, Sporteinrichtungen, Bibliotheken und Mediatheken, Kin-der- und Jugendzentren, Musikschulen, Museen und andere kulturelle oder Erholungseinrichtungen sollten so gestaltet werden, dass sie für Kinder und Jugendliche finanzierbar, barrierefrei und niedrigschwellig nutzbar sind. Im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung sollte es zukünftig ein eigenes Kapitel zur Kinderarmut geben.
Quelle: Deutscher Bundestag vom 14.03.2017


BUNDESMINISTERIUM FÜR FAMILIEN UND JUGEND HAT STATISTIK ZUR KJH IM JAHR 2014 VERÖFFENTLICHT

Im Berichtsjahr 2014 erhielten österreichweit 29.476 Kinder und Jugendliche Unterstützung der Erziehung.
Weiters wurden 10.810 Minderjährige im Rahmen der vollen Erziehung bei Pflegeeltern, in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften, Kinder- und Jugendheimen, Kinderdörfern und sonstigen Einrichtungen betreut.
Damit ist die Zahl der Betreuten im Vergleich zum Jahr 2013 um 6 Prozent, und die Anzahl der Unterstützungen der Erziehung sind ebenfalls um 8,6 Prozent gestiegen. Bei der vollen Erziehung war ein Rückgang um 0,3 Prozent zu verzeichnen. 1.250 Mal wurden Hilfen zur Erziehung über die Volljährigkeit hinaus verlängert.
Bei der Dauer der Fremdunterbringung ist ein deutlicher Unterschied zwischen der Betreuung durch Pflegeeltern und der Unterbringung in sozialpädagogischen Einrichtungen zu beobachten. Während die Pflegeelternunterbringung in 21,6 Prozent der Fälle länger als 5 Jahre dauerte, waren es bei institutioneller Betreuung nur 8 Prozent. Hingegen wurden 60,2 Prozent der institutionellen Betreuung nach weniger als 12 Monaten beendet.

UNSERE NEWSLETTER